Austausch 2007/2008



Abb.: Gruppenfoto
Das erste Zusammentreffen zwischen den deutschen und den französischen Schülern wird oft auf beiden Seiten mit Ängsten verbunden. Fragen, wie: „Werde ich mich in der mir fremden Sprache unterhalten können?“ oder „Werde ich überhaupt meinen Austauschpartner mögen?“ sind Bestandteil der ersten Gedanken. Die Schüler stehen sich zunächst etwas zurückhaltend gegenüber und gehen gemeinsam in ihre Gastfamilien. Schon der nächste Tag in der Schule zeigt sich ein anderes Bild. Die Ängste sind verschwunden, denn man hat gemerkt, dass auch der Austauschpartner die gleichen Gedanken hat und man trotz gewisser Sprachbarrieren sich sehr gut durch Gestik und Mimik zu unterhalten weiß.


Abb.: Empfang beim Lorscher Bürgemeister
Wir als Schule treten diesen Ängsten mit vielen gemeinsamen Unternehmungen entgegen, integrieren sofort die französischen Schüler in unser Schulsystem und gestalten die Nachmittage gemeinsam in der Gruppe. So werden Ausflüge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten (Heidelberger Schloss, Senckenbergmuseum Frankfurt, Lorscher Museum, Schloss Freudenberg) angeboten, die selbstverständlich mit einem Einkaufsbummel durch die jeweilige Stadt kombiniert werden. Auch kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz. Beim gemeinsamen Schlittschuhlaufen oder einer deutsch-französischen Stadtrallye können und müssen sich die Austauschpartner aufeinander verlassen und lernen sich dadurch besser kennen. Die sprachlichen Defizite spielen dabei nur noch eine untergeordnete Rolle.

Die französischen Austauschpartner sind immer sehr froh, unsere Schule besuchen zu dürfen, denn für sie bedeutet dies Entspannung. Die französische Schule geht bis 17 Uhr und auch danach haben die Schüler noch Hausaufgaben zu erledigen. Daher wird ein solches Austauschprogramm gerne entgegen genommen, um die theoretisch erlernte Sprache in einem entspannten Umfeld zu praktizieren. Nach einer Woche wird der Abschied aus Deutschland mit sehr gemischten Gefühlen auf beiden Seiten entgegen genommen. Freundschaften haben sich entwickelt, man muss sich, oft unter Tränen, für einige Wochen trennen, freut sich auf der anderen Seite aber natürlich auch wieder auf den gewohnten Tagesablauf. Denn eine Woche in einer anderen Sprache zu kommunizieren, andere Situationen zu erleben und fremde Gebräuche in seinen individuellen Alltag einzubinden, ist selbstverständlich auch anstrengend. Die Schüler sind danach oft verwundert, wie viel ihnen dieser Austausch hinsichtlich ihres Spracherwerbs geholfen hat und sind wesentlich entspannter im Französisch-Unterricht.

Einige Wochen später findet der Gegenbesuch in Le Coteau (ca. 80km von Lyon entfernt) statt. Bereits während der ungefähr 8-stündigen Busfahrt steigt die Nervosität. Obwohl die Freude groß ist den Austauschpartner wiederzusehen, machen sie sich dennoch Gedanken. „Wird meine Gastfamilie freundlich zu mir sein?“, „Verstehe ich die Franzosen?“, oder auch „Muss ich Schnecken und Frösche in Frankreich essen?“, „Essen die jeden Tag Baguette?“. Gegen 17 Uhr erreicht der Bus Le Coteau und unsere deutschen Schüler werden bereits sehnsüchtig von den Austauschpartnern erwartet.
Abb.: Hochseilklettergarten in Lyon


Auch in Le Coteau erwartet die Schüler eine aufregende Woche. Sie lernen ein neues Schulsystem kennen, in welchem die Schüler die Klassensäle wechseln, eine Schulstunde 55 Minuten dauert, es ganz andere Fächer gibt und die Schule bis 17 Uhr geht. Doch sie verbringen nicht nur ihre Zeit in der Schule, sondern dürfen auch mit ihren Austauschpartnern gemeinsame Unternehmungen machen. So besuchen sie zum Beispiel Lyon oder gehen gemeinsam auf den Hochseilklettergarten. Nach einer Woche ist dann leider der Austausch vorbei und wird auch dieses Mal sehr tränenreich beendet.


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