Organisatorische und pädagogische Konzeption



1. Einleitung

2. Pädagogische Zielsetzung
2.1. Pflichtunterricht
2.2. Förderunterricht
2.3. Soziales Lernen
2.4. Schulsozialarbeit

3. Organisationsstruktur
3.1. Jahrgangsstufe 5 / 6
3.2. Unterrichtsorganisation des Ganztagsangebotes
3.3. Organisation der Spiel- bzw. Erholungsphase

4. Personal- und Raumbedarf
4.1. Personalbedarf
4.2. Raumbedarf
4.2.1. Schulmensa
4.2.2. Mediothek

5. Schlussbetrachtung



1. Einleitung



Eine Schule, die den Ansprüchen von Schülern, Lehrern, Eltern und der Gesellschaft einigermaßen gerecht werden will, muss sich inhaltlich und organisatorisch verändern. Sie benötigt ein unverwechselbares Profil, das es den in der Schule arbeitenden Menschen ermöglicht, sich noch stärker mit ihrer Schule zu identifizieren.
Die stoffliche Vielfalt, verbunden mit den sich ständig verändernden Jugendlichen, einem erhöhten Anspruchsdenken der Öffentlichkeit und einer gesteigerten Erwartungshaltung seitens der Ausbildungsbetriebe beeinflussen und erschweren die alltägliche Unterrichtsarbeit.

Entspanntes Lehren und Lernen in einem Schulklima zum Wohlfühlen erfordert Zeit - Zeit, die die Halbtagsschule schon lange nicht mehr hat.
Eine Verbesserung der Unterrichtsarbeit soll durch die Organisationsveränderung in eine Ganztagsschule erreicht werden.
Unsere Schule möchte in verstärktem Maße neben der Vermittlung von Qualifikationen sowie einer Werte-Erziehung die individuelle Förderung forcieren.
Neben ihrem Bildungsauftrag hat die Schule in zunehmendem Maße auch Erziehungsarbeit zu leisten und muss ergänzend zur Familie sozialpädagogisch tätig werden.

Mehr noch als bisher wird sich die Schule nach außen öffnen und sich um außerschulische Kooperationspartner bemühen müssen.
Die Vermittlung sozialer Kompetenzen und deren Weitergabe an alle Schülerinnen und Schüler soll verstärkt werden.
Durch ein Bündel von vielen pädagogischen und organisatorischen Veränderungen bietet eine Neukonzeption des Schulalltages wesentlich bessere Ansätze zum Umsetzen von Erziehungs- und Unterrichtszielen und sollte auch zu einer noch größeren Identifikation mit der Schule führen.


2. Pädagogische Zielsetzung



2.1. Unterricht


Kollegium und Schulleitung sowie die Elternschaft sind sich darüber einig, dass die zur Verfügung stehenden zeitlichen Ressourcen, die eine "Halbtagsschule" bietet, nicht mehr ausreichen, den Unterrichtstoff adäquat vermitteln zu können und bedingt durch gesellschaftliche Veränderungsprozesse, die auch die Jugendlichen sehr stark beeinflussen, Erziehungs- und Unterrichtsarbeit optimal erfüllen zu können.

Zwei wesentliche pädagogische Schwerpunkte, Schüler individueller fördern und fordern zu können als seither sowie die Problematik der Hausaufgaben schülergerechter zu lösen und damit einen entscheidenden Beitrag zum Schul- und Familienfrieden zu leisten, sollten in den Mittelpunkt der Überlegungen gerückt werden.
Die Problematik der Hausaufgaben wird in der Fachliteratur eingehend beschrieben, so dass hier nicht näher darauf eingegangen werden muss.
Im Schulalltag geht viel wertvolle Zeit mit der Kontrolle und Berichtigung der Hausaufgaben verloren.
Nach unserem Modell sollen die Übungs- bzw. Hausaufgaben überwiegend während der Unterrichtszeit erledigt werden. Dadurch kann der Lehrer selbst Erklärungen vornehmen, auf das individuelle Arbeitstempo seiner Schüler eingehen und Probleme sofort erkennen und ansprechen. Hausaufgabenkontrolle kann wesentlich einfacher, schneller und effektiver erfolgen.
So werden auch Grundlagen für das Anfertigen der Aufgaben in späteren Schuljahren gelegt.

In den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Biologie und Erdkunde erteilen die Lehrkräfte mehr Unterricht als in der Stundentafel (siehe beigefügte Tabelle) vorgesehen ist, um Übungs- bzw. Festigungsphasen und individuelle Fördermaßnahmen stärker in den Vordergrund rücken zu können.
Verteilung der Wochenstunden:

Tab. 1: Verteilung der Wochenstunden
Fach
Wochenstundentafel
Ganztagsangebot
Deutsch
5
6
Englisch
5
6
Mathematik
4
6
Biologie
2
3
Erdkunde
2
3
Sonstige Fächer
10
10
Summe
28
34



2.2. Förderunterricht

Der geplante Förderunterricht bezieht sich schwerpunktmäßig auf die Fächer Deutsch und Mathematik, um rechtzeitig Defizite im Lesen, Schreiben und Rechtschreiben beheben, sowie Probleme bei den Grundrechenarten und im Rechnen mit Größen beseitigen zu können.
Durch die Ausweitung der Wochenstundenzahl auf den Nachmittag sowie ein umfassendes Angebot im Bereich des Förderunterrichts sollte dieser Bereich optimal abgedeckt sein.

2.3. Soziales Lernen

Zu Beginn des 5. Schuljahres wurden bisher drei Projekte realisiert:

1. Kennenlerntage in der ersten Unterrichtswoche im Rahmen des Klassenlehrerunterrichts
2. Lernen lernen
3. Patenschaften: Kontakte zwischen älteren und "neuen" Schülern wurden durch Übernahme von Patenschaften geknüpft und vertieft


Die o.g. Projekte werden auch zukünftig weitergeführt. Die Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 der Haupt- und Realschule erklärten sich auf freiwilliger Basis bereit, als Paten für die neuen Schüler tätig zu sein.
Die Möglichkeiten zur Mitarbeit sind dabei vielfältig und orientieren sich an den Fähigkeiten und Fertigkeiten der beteiligten Jugendlichen. Sie fungieren als Helfer, Streitschlichter und als Informationsgeber.

2.4. Schulsozialarbeit

Eine ganztägig arbeitende Schule ist auf die Unterstützung externer Institutionen angewiesen, wie Jugendamt, Erziehungsberatungsstellen und Jugendhilfeeinrichtungen,
um akute erzieherische und soziale Problemstellungen lösen zu können. Durch präventive Maßnahmen sollen rechtzeitig Konfliktsituationen vermieden werden. Eine enge
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Kreises Bergstrasse sowie mit der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas Bergstraße wird praktiziert.
Erwähnenswert ist die Installierung des Projekts „Beratung in der Schule“ (BiS) durch die Caritas, wobei jeweils mittwochs die Möglichkeit besteht, die Sprechstunde aufzusuchen.
Dieses Projekt eröffnet die Möglichkeit, auf dem sozialpädagogischen Sektor die Unterrichtsarbeit der Lehrer zu begleiten und zu unterstützen.


3. Organisationsstruktur


3.1. Jahrgangsstufe 5 / 6


Die Einführung des Ganztagsangebotes zum Schuljahr 2007/2008 ist für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 der Hauptschule verpflichtend, jedoch wird dies für die Jahrgangsstufe 5 der Realschule alternativ angeboten.
Die freiwillige Entscheidung für das Ganztagsangebot treffen die Eltern unserer zukünftigen Realschüler verbindlich für zwei Schuljahre. Sollte die Anzahl der Anmeldungen die vorhandenen Kapazitäten übersteigen, erfolgt eine Auswahl nach sozialen Kriterien.

3.2. Unterrichtsorganisation des Ganztagsangebotes:


An vier Tagen haben die Schülerinnen und Schüler Unterricht beginnend um 08.00 Uhr bis 12.25 Uhr, es folgt dann das Mittagessen bis 12.50 Uhr.
Im Anschluss daran ist eine betreute Spiel- und Erholungsphase bis 13.30 Uhr vorgesehen.
Von 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr werden zwei Unterrichtsstunden absloviert.
Einmal pro Woche findet ein Tag der Arbeitsgemeinschaften statt, der ebenfalls von 13 Uhr 30 bis und 15.00 Uhr stattfindet.
Am Freitag schließt der Unterricht um 13.05 Uhr nach der sechsten Unterrichtsstunde.

Für die betreute Spiel- und Erholungsphase bieten Schulgebäude, ein großflächiges Schulgelände, die Schulsporthalle sowie das nahe gelegene Waldschwimmbad ideale Voraussetzungen.
Um das Nachmittagsangebot attraktiv und vielfältig gestalten zu können, werden Kooperationsformen mit außerschulischen Partnern angestrebt.
Auch der Förderverein der Schule sichert seine Beteiligung bei der Gestaltung des Nachmittagsangebots zu.

3.3. Organisation der Spiel- bzw. Erholungsphase


Da die Schule über eine Dreifeld - Sporthalle sowie über eine große Rasenfläche einschließlich eines Basketballfeldes bestehend aus einem wetterfesten Kunststoffbelag verfügt, stellt es kein Problem dar, ein reichhaltiges Spiel- und Sportangebot in der betreuten Erholungsphase zwischen 12.50 Uhr und 13.30 Uhr anbieten und organisieren zu können.
Im Einzelnen sind dies:

Bewegungs- und Geschicklichkeitsübungen, Jazztanz, Konzentrationsübungen, Brettspiele.
Ein umfassender Gerätepool steht hierfür zur Verfügung.
Neben dem Bewegungsaspekt können auch Ruhephasen eingelegt werden, in denen musische (Gitarrenkreis, Tanz) und auch kreative Angebote (Werken, Zeichnen) zur Verfügung stehen.
Die beteiligten Klassen werden in Gruppen eingeteilt, die entweder sportliche oder musisch - kreative Aspekte beinhalten.

Zeit

Stunde

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

8:00 - 8:45

1.

 

 

 

 

 

8:50 - 9:35

2.

 

 

 

 

 

 

 

1. große Pause 20 Minuten

9:55 - 10:40

3.

 

 

 

 

 

10:45 - 11:30

4.

 

 

 

 

 

 

 

2. große Pause 15 Minuten

11:45 - 12:30

5.

 

 

 

 

 

12:30 - 13:15

6.

Mittagspause / Essen

 

Mittagspause / Essen

 

 

 

Betreute Spiel- und Erholungsphase

Pause / Essen

Betreute Spiel- und Erholungsphase

 

13:30 - 14:15

7.

 

 

AG´s

 

14:15 - 15:00

8.

 

 

AG´s

 



4. Personal - und Raumbedarf


4.1. Personalbedarf


Durch die Bildung von sog. Lehrerteams auf Jahrgangsebene sowie durch die Fixierung fester Konferenztermine ergänzt durch Maßnahmen der schulinternen Fortbildung ist eine effektive Koordination der pädagogischen Arbeit sichergestellt.
Zusätzliche Honorarkräfte, die in der Mensa und in der Mediothek unterstützen das Kollegium bei ihrem pädagogischen Auftrag.

4.2. Raumbedarf


Sämtliche Klassen- und Fachräume wurden saniert und erstrahlen in einem ganz neuen Erscheinungsbild. Die Arbeitsbedingungen sind hervorragend, die didaktischen und technischen Möglichkeiten vorbildlich.

4.2.1. Schulmensa


Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 steht eine neue Mensa zur Verfügung, die im Erdgeschoß der Schule durch Finanzmittel des Schulträgers eingerichtet wurde.
Damit sind sehr gute Voraussetzungen geschaffen worden, den Kindern in hellen und freundlichen Räumen ein Mittagessen servieren zu können.
Für das Mittagessen sorgt in bester Qualität der Catering Service des Allee Hotels in Bensheim.




4.2.2. Mediothek


Nach der Fertigstellung der neuen Mediothek verfügen die Schüler weitere adäquate Arbeitsplätze. Somit besteht die Möglichkeit, individuelle Recherchen vorzunehmen
und eigenständige Lernprozesse zu initiieren. Weiterhin können Sachbücher und aktuelle Jugendliteratur ausgeliehen werden, so dass das selbständige häusliche Arbeiten
eine zusätzliche Unterstützung erfährt.


5. Schlußbetrachtung


Die Schule selbst verfügt in ihrem Einzugsbereich Lorsch, Einhausen und Hofheim über eine gute Reputation. Es ist somit davon auszugehen, dass sich die Schülerzahlen an der Werner-von-Siemens-Schule auch in Zukunft um 600 bewegen werden.
Die schulischen Gremien haben mit großer Mehrheit der Weiterentwicklung in eine Ganztags-schule zugestimmt. Die Bereitschaft, diese pädagogische Herausforderung zu realisieren, basiert auf der Einsicht und dem Wunsch, den Schülern bessere Bildungschancen einzuräumen verbunden mit optimalen Fördermöglichkeiten.


Philipp-Otto Vock
-Rektor-