Theater AG



News: Informationen zu den aktuellen Aufführungen von "Antigone und Eurydike" im Mai 2009 am Ende der Seite!



Steckbrief der Theater AG
  • Wann?
    Mittwochs 13.30-15.00
  • Wo?
    Raum 101
  • Leitung:
    Herr Tagliente
  • Jahrgangstufen:
    8 - 10
Nach einer jahrelangen Pause wurde Ende 2001 die Theater-AG an der Werner-von-Siemens-Schule wieder ins Leben gerufen. Anfangs noch etwas wackelig auf den Beinen haben sich die SchülerInnen aber schnell angenähert und sich daran gewöhnt, dass Theater spielen nicht nur heißt, dass man viel Text zu lernen hat, sondern vor allem, dass man in andere Rollen schlüpft und sich manchmal so präsentieren muss, wie man es außerhalb der Bühne niemals tun würde. Beim Theaterspielen darf und soll man sich aber ausprobieren und sich so geben, wie man vielleicht eigentlich gar nicht ist?.
Im Frühjahr 2003 entstand unsere erste Aufführung "Alles schräg!? Oder: Warum trägt Donald Duck keine Unterwäsche?" Von einem abendfüllenden Programm noch weit entfernt - das Stück dauerte nur 30 Minuten - hatte die Theater-AG aber schnell Blut geleckt und für die meisten Teilnehmer stand fest: Wir wollen wieder auf die Bühne! Und diesmal länger!
Und so wurde direkt weiter geprobt? diesmal für ein weit größeres Projekt: Das Musical "Blutsbrüder", in dem Zwillinge direkt nach der Geburt getrennt werden und sich später als beste Freunde wieder finden, obwohl ihre Mütter versuchen, das zu verhindern, wurde nicht nur zum Erfolg, weil die Theater-AG zum ersten Mal durch Herrn Philipp Schmitt und der Kulissenbau-AG unterstützt wurde, sondern vor allem auch wegen der guten und sehr emotionalen Gesangsstimmen und Darstellung der HauptdarstellerInnen. Den Höhepunkt fanden die Aufführungen am Jahresende, als die ehemaligen TeilnehmerInnen der Theater-AG sich freiwillig zusammenfanden - obwohl der Großteil von ihnen schon nicht mehr an unserer Schule war - um das Stück für einen Knochenmarkspendeaufruf nochmals aufzuführen.
2005 brachten wir die Komödie "Die Sache mit den Babys" auf die Bühne? die fiktive Dokumentation eines Klassenprojekts, in dem SchülerInnen eine Woche lang Mehlsäcke betreuen müssen, um Verantwortung zu lernen. Während das Projekt von vielen Schülern nicht wirklich ernst genommen wird, stößt es bei dem 14jährigen Simon die Suche nach seinen Wurzeln und vor allem nach seinem verschwundenen Vater an.
In diesem Schuljahr wurde die Theater-AG zum ersten Mal von der Stadt Lorsch eingeladen, den Weihnachtsmarkt mit einem Märchen zu eröffnen. Etwas überhastet, aber dennoch nicht weniger erfolgreich wurde so zum Lorscher Weihnachtsmarkt 2005 "Rumpelstilzchen" in der Nibelungenhalle aufgeführt.
Im Folgejahr entstand - trotz komödiantischer Einlagen - wieder ein ernsteres Stück: "Briefe an Herrn Gott". Frei nach Eric-Emmanuel Schmitts "Oskar und die Dame in Rosa" wurde hier von den SchülerInnen die Geschichte des 10jährigen Krebspatienten Oskar erzählt, der während eines Krankenhausaufenthaltes durch Zufall erfährt, dass er nur noch 10 Tage zu leben hat. Mit Hilfe des etwas verwirrten Opa Leo versucht er, seine verbleibenden Tage mit Leben zu füllen und möglichst schnell erwachsen zu werden, während die Menschen in seiner Umgebung - insbesondere seine Eltern - mit der Situation überfordert sind.
Zum Lorscher Weihnachtsmarkt 2006 gab die Theater-AG diesmal "Schneewittchen und die 7 Zwerge", das besonders durch die witzigen Auftritte der überzeugenden Zwerge zum Erfolg wurde.
Das abendfüllende Stück im Jahr 2007 "Wem hätte ich denn etwas sagen sollen?" beschäftigte sich mit dem Thema Mobbing in der Schule. Als sich die stille Karin kaum noch in die Schule traut, weil sie von ihren Mitschülerinnen unter Druck gesetzt wird, und selbst die Klassenlehrerin die Probleme missdeutet und nichts unternimmt, kommt nur Lara ihr zu Hilfe und verstrickt sich damit selbst in ein Netz aus Gewalt?
Und natürlich finden auch momentan wieder intensive Proben für unsere aktuellen Stücke statt. Während bis zum ersten Dezemberwochenende "Hänsel und Gretel" aufführungsreif sein soll, laufen schon die intensiven Vorbereitungen für unser abendfüllendes Programm im Mai 2008, mit dem vorläufigen Arbeitstitel "Beste Freunde". Über den Inhalt wird hier noch nichts verraten. Aber ich denke, Sie können / ihr könnt gespannt sein? :

Die Arbeit mit der Theater-AG ist eigentlich unbeschreiblich. Da man viel intensiver zusammenarbeiten muss, erleben sowohl die Schüler als auch ich immer wieder emotionale Höhepunkte und Tiefschläge. Es formen sich soziale Kompetenzen, man erlebt, wie wichtig es ist zusammenzuhalten und sich aufeinander verlassen zu können, und stemmt gemeinsam ein Projekt, das die Zuschauer begeistern soll. Man lernt Seiten aneinander kennen und schätzen, die sich im alltäglichen Unterricht so nicht zeigen, und jeder erhält die Möglichkeit, seine Stärken zu präsentieren und an seinen Schwächen zu arbeiten. Trotz jeder Menge Arbeit und - insbesondere kurz vor den Aufführungen - Stress, hat es sich bisher immer gelohnt, und ich habe auch keinen Grund daran zu zweifeln, dass das so bleibt :
Vor allem nicht, weil die Theater-Arbeit in Lorsch sowohl von den SchülerInnen als auch vom Publikum geschätzt und honoriert wird, und es für jeden Teilnehmer ein unbeschreibliches Gefühl ist, nach den Aufführungen zurückzublicken und zu erkennen, wie stolz jeder einzelne auf sich sein kann und was er im vorangegangenen Schuljahr für diesen Moment alles geleistet hat. Und die steigenden Anfragen für Auftritte außerhalb unserer Schule bestätigen auch den Schülern, dass sie hier ganze Arbeit leisten und es sich lohnt, in Fleiß und Durchhaltevermögen zu investieren.
Von Lehrerseite aus kann ich nur sagen, dass ich alleine die Flut nicht stemmen könnte, wenn ich nicht seit 2005 Frau Müllers Unterstützung im Kulissenbau, seit Mitte 2006 Frau Vedenin für Organisation und Requisite und bei jedem anderen Problem Herrn Schramm an meiner Seite hätte. Aber ich denke, ich spreche für uns alle drei, wenn ich hier sage, dass uns die SchülerInnen jedes Jahr aufs Neue mit Stolz erfüllen und wir jedes Mal erkennen wie viel Freude uns und dem Publikum die Schüler bereiten.



Vito Tagliente, Leiter der Theater-AG


Antigone und Eurydike

Nach den vielen Aufführungen des Aschenputtels auf dem Lorscher Weihnachtsmarkt, sowie in umliegenden Schulen und Kindergärten, widmet sich die Theater-AG seit Januar den Proben des neuen Stücks. Im vergangenen Schuljahr standen erstmals auch Lehrerinnen und Lehrer auf der Bühne, um in dem selbstgeschriebenen Stück „Beste Freunde“ darzustellen, was aus Schülerinnen und Schülern nach 30 Jahren wird. Da dies durchweg positive Resonanz bei Schauspielern und Publikum hervorrief, haben sich Schüler und Lehrkräfte dazu entschlossen, erneut ein gemeinsames Projekt zu starten.

Und diesmal soll es zum ersten Mal ein klassisches Theaterstück sein. Bereits 442 vor Christus uraufgeführt und immer wieder aufgegriffen, bietet Sophokles‘ „Antigone“ Möglichkeiten echte Gefühle zu transportieren und den Zuschauer teilhaben zu lassen an Generationskonflikten, Doppelmoral, Erwachsenwerden, Abgrenzung und dem Zwiespalt zwischen Pflichtgefühl und Menschlichkeit.

Nachdem sich Antigones Brüder im Kampf um den Thron gegenseitig erstochen haben, erlässt die neue Königin und Antigones Tante Eurydike das Gesetz, dass einer der Brüder als Held gefeiert werden soll, während der zweite von Geiern zerfressen vor den Stadttoren verrotten soll. Obwohl Antigone weiß, dass die Strafe für ein Missachten des Gesetzes den Tod durch Einmauern bedeutet, widersetzt sie sich und stürzt damit die gesamte königliche Familie in Gewissenskonflikte.

Natürlich haben wir auf Sophokles‘ „alte Sprache“ verzichtet und auch einige Elemente eingebaut, die sicher nicht so vom Ursprungsautor gedacht waren. Erhoffen uns aber gerade dadurch, das Publikum mehr anzusprechen und wieder ein erfolgreiches Stück auf die Beine zu stellen.

Voraussichtlicher Aufführungstermin: Mitte Juni 2009


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